Rebellion gegen Einheitsbier

Mit unserer Bachelor-Thesis trotzten wir Brauereien, welche dem Einheitsgeschmack folgen. Einheitsgeschmack beziehen wir nicht nur auf den Geschmack des Bieres, sondern auch auf die gesamte Gestaltung der Flasche. Unser Ziel war es ein Bier zu kreieren, das nicht nur in der äußeren Gestaltung, sondern auch im Geschmack unseren Anforderungen voll und ganz entspricht. Bei jeglichen Entscheidungen ließen wir uns von der alten Mainzer Bierkultur inspirieren. Dabei wollten wir auch herausfinden, inwieweit man alte Traditionen in unsere Zeit transferieren und neu interpretieren kann.

Unser Pop-up-Store im November 2013

Mainz als Bierstadt

„Cervisiam bibat“ – Man trinke Bier!, empfahl Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert in ihrer naturkundlichen Schrift Causae et Curae. Einige Jahrhunderte später, nicht weit von Bingen entfernt, wurde Bier zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor – in einer Stadt, in der heute kaum noch Spuren dieser alten Bierkultur zu finden sind. Im Laufe der Geschichte existierten rund 100 Brauereien in Mainz. Anfangs waren es nur kleine Gasthausbrauereien, die Bier nur für den Ausschank im eigenen Haus produzierten. Größere Brauereien entstanden erst zurzeit der Industrialisierung, welche ihr Bier in Flaschen abfüllten und sogar ins Ausland exportierten. Ab den 1970er Jahren verschwanden immer mehr Biermarken, kleinere Brauereien wurden von größeren aufgekauft und verschmolzen zu immer größeren Konzernen. Die entstandenen Großkonzerne strebten nach immer höheren Gewinnen und vernachlässigten dabei oft den Geschmack und die Innovationen. Der resultierende Verlust an Biervielfalt führte zum Einheitsbier.

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